Archive for March, 2009

Schlag den Star - Stefan Kretzschmar

Tuesday, March 31st, 2009

Es ist schon wieder ein paar Tage her, als “Schlag den Star” lief. Eine Aussage hat mich irritiert. Als Stefan Kretzschmar (warum assoziiere ich den Namen Tim mit ihm?) beim Röhren-Klettern unterlag, meinte er (sinngemäß): “Warum geht das jetzt nicht mehr? Die Schuhe sind gleich, der Aufbau ist gleich. Warum komme ich jetzt das blöde Ding nicht mehr rauf?” Das finde ich merkwürdig. Das deutet doch darauf hin, dass er das Spiel unter gleichen Bedingungen geübt hat. Dabei dürften Herausforderer und Prominenter nichts von den Spielen im Voraus wissen. Gestern meinte Tim Stefan Kretzschmar in TvTotal, dass er im Laufe des Spiels eine Technik herausfinden musste, also zuvor nicht geübt hat. Es wurden auch Szenen aus der Show gezeigt, zufälligerweise jedoch nicht die Szene, in der Kretzschmar diese Andeutung auf die Proben gemacht hat. Vielleicht habe ich mich auch nur verhört oder irgendwas falsch interpretiert. Ich weiß nicht. Dieses kritische Denken macht mich ganz kirre.

Bruce Allmächtig

Monday, March 30th, 2009

Im Fernsehen läuft gerade die Wiederholung von Bruce Allmächtig, ein Film, den Christen lieben MÜSSEN. Es geht dabei um einen Mann, der sehr viel Pech im Leben hat. Was ich bisher aus dem Film für mein Leben mitgenommen habe: Das Leben ist nicht gerecht, sondern hängt von sehr vielen Zufällen ab. Jedoch sind es so viele Zufälle, dass es so scheint, als würden sich Pech und Glück im Laufe des Lebens ausgleichen.

Verdammt. Ich wollte doch die Philosophie von diesem Blog fernhalten… Was kann ich dafür, wenn der Film die gutchristliche Masche schiebt? Der legt es doch geradezu darauf an!

Ich versteh’s nicht…

Friday, March 27th, 2009

Kann es sein, dass dieselben Leute, die nach schärferen Sicherheitsgesetzen schreien, bei Rot über die Ampel gehen?

Lügen-Serien

Monday, March 23rd, 2009

Lügen sind in der heutigen Zeit unheimlich cool. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass ganze Serien darauf basieren. Zum Beispiel King of Queens (Whoooh! Google-sensibler Begriff!). Hier belügen sich Doug und Carrie ununterbrochen und am Schluss fallen beide damit auf die Nase. Aus diesem simplen Schema besteht der Humor. Na gut, es ist etwas komplexer: Doug lügt Carrie an, Carrie bemerkt den Schwindel, sie brüllt Doug an, Doug brüllt zurück, Doug entlarft Carries Lüge. Klasse Konzept, in jeder Folge funktioniert es aufs Neue.

Oder Desperate Housewives (Hinweis: Wenn Sie sich gerade über Google hierher verirrt haben, schließen Sie bitte dieses Fenster wieder. Hier gibt es keine verwertenswerten Informationen für Sie). Alles dreht sich um Lügen, Lügen, Lügen. Es ist zum Kotzen. Und es ist noch nicht einmal lustig, sondern einfach nur anstrengend. Keiner der Charaktere, wirklich kein einziger des verdammten Ortes ist dazu in der Lage, Probleme auf ehrliche und mutige Weise zu lösen. Und, oh Wunder, es geschehen die übelsten Taten an diesem winzingen Stückchen Erde. Mord, Entführung, Totschlag, Brandstiftung, um nur einige zu nennen, die ich so am Rande mitbekommen habe. Ehrlich, ich kann diese sch…lechte Serie nicht mehr sehen.

Ergänzung (30.03.2009):
Und was soll immer dieser pseudowitzige Musik? Die dämlichsten Situation werden mit komischer (im Sinne von lustiger) Musik unterlegt. Was soll das? Ist das die moderne Version der Lachkonserve?
(Ergänzung Ende)

Ich habe kein Problem mit “untugendhaftem” Verhalten. Es gibt Serien, da funktioniert das sehr gut. Seinfeld zum Beispiel. Hier ist das alles sehr viel subtiler und wird auch auf gewisse Weise von den Charakteren aufgearbeitet und thematisiert. Oder Dr. House, obwohl es einige wirklich absurde Szenen gibt, bei denen House seine moralisch zweifelhaften Entscheidungen mit dem Holzhammer durchprügelt. Aber King of Queens und Desperate Housewives… Auf jeden Fall sind sie einfach nur anstrengend. Ich vermute einfach mal, es liegt an den “schwachen”, unglaubwürdigen Charakteren, die den Unterschied ausmachen. Inzwischen kann ich nicht mehr nachvollziehen, wie ich jemals eine einzige Folge davon zuende schauen konnte. Wahrscheinlich, weil ich damals das Schema noch nicht durchschaut habe. Und jetzt, lieber Leser, da du nun auch dieses Schema verinnerlicht hast, wirst du hoffentlich auch keinen Spaß mehr an diesen Serien haben. Ha. Du kannst es nicht vergessen.

Gaffer, verschwindet!

Sunday, March 22nd, 2009

Ich will keine anonymen Gaffer auf meinem Blog! Gaffer mit Namen sind okay, aber keine anonymen!

Nachtrag (23.03.): Entschuldigung. Ich war wohl in diesem Moment paranoid.

Links zur aktuellen Berichterstattung

Sunday, March 15th, 2009

Amoklauf in Winnenden: Die wahren “Täter”sitzen in den Redaktionen

Die Verantwortung der Presse

Tim K. war Schüler

Leichtsinniger Journalist?

Saturday, March 14th, 2009

“Leg dich nicht mit unbekannten Kräften an”, meinte mein Opa immer. Doch während sich mein Opa damit auf Radioaktivität bezog, hat dieser Spruch noch eine viel allgemeinere Gültigkeit. Doch offensichtlich ist diese Weisheit nicht weit verbreitet, denn anders kann ich mir die Dummheit eines Bild-Journalisten nicht erklären…

Nach dem Amoklauf von Winnenden stürzten sich sämtliche Journalisten geradezu ausgehungert auf den Fall. Als die Polizei in einer Pressekonferenz schließlich verkündete, dass der Amokläufer seine Tat zuvor in einem Forum angekündigt hatte, waren sie schließlich in ihrer Euphorie bereit, die Wahrheit zur Nebensächlichkeit zu erklären (wie in meinem Beitrag geschildert). Ein mutiger Journalist jedoch ließ sich nicht durch die Wahrheit beirren und folgte der Sache weiter…

Dieses Forum (namens “Krautchan”) und deren englischsprachigen Vertreter sind dafür bekannt, dass sie mit unvorsichtigen Usern aller Art kurzen Prozess machen. Hier sind alle User anonym. Jedoch reichen die winzigsten Hinweise unvorsichtiger Besucher aus, dass diese bloßgestellt und ihre Identität aufgedeckt wird. Wie im Falle von Sky B., die Nacktfotos von sich dort veröffentlichte. Anhand ihrer E-Mail-Adresse konnten ihre Accounts auf Social Websites identifziert werden und ihre echte Adresse herausgefunden werden. Ihre Eltern waren sicherlich nicht darüber erfreut, von ihren Eskapaden im Internet erfahren zu haben. In einem ähnlichen Fall wurde ein Benutzer identifiziert, der heimlich an den HBs seiner Schwester roch. Seine Eltern bekamen einen anonymen Hinweis, worauf sie ihn psychisch therapieren ließen.

Und nun schaffte es also ein unerfahrener Journalist der Bild, seine Homepage und E-Mail-Adresse im Forum zu veröffentlichen, unter dem Hinweis, jemand mit genaueren Informationen zur Amoklauf-Ankündigung möge sich doch bei ihm melden. Was geschah als nächstes? Genau. Innerhalb von Minuten wurde anhand seiner Homepage sein Name und die Adresse ausfindig gemacht. Das führte weiter zu einer Community-Seite, auf der nun sein Username und sogar Informationen zu seiner Freundin zu finden sind.

Ich habe die Geschichte nicht weiter verfolgt, mich würde aber nicht wundern, wenn das nicht der letzte Streich war.

Pro7 - Schleichwerbung? Größte Verarsche? Viral Marketing? Oder alles zusammen? (Update)

Friday, March 13th, 2009

Kurz einen Ausschnitt in “Pro7 Newstime” gesehen:

Angeblich wurde in einer Klinik ein Baby geboren, das innerhalb kürzester Zeit zu einem erwachsenen Mann heranwuchs und dann starb.

Das alles wurde angeblich von einem Mitarbeiter der Klinik aufgenommen. Man sieht, wunderbar geschnitten, wie eine Schwangere durch die Klinik transportiert wird und wie anschließend ein Erwachsener mit runzeliger Haut auf dem Boden liegt, dazwischen mal ein Bild von einem EKG - alles in sehr schnellen Bildern. Von der Schnittart könnte die Szene glatt aus einer Arztserie stammen. Der Chefarzt spricht von einem “medizinischen Einzelfall”. Bis zum 16. März will man diesem Phänomen nachgehen.

Wow. Das klingt wirklich sensationell. Doch irgendwie habe ich den Verdacht, dass das alles zu wunderlich klingt, um wahr zu sein. Ein professionell geschnittenes Video in annehmbarer Qualität. Ein Camcorder in einer Klinik, der von einem Angestellten bedient wird. Ein Datum, an dem eine Art Auflösung des Falls bekannt gegeben wird. Nicht zu vergessen, dass aus biologischer Sicht ein so schnelles Wachstum Unmengen an Energie und Proteinen bedarf.

Meine Schlussfolgerung: Mich würde nicht wundern, wenn am 16. März der zweite Teil zu “Der unglaubliche Fall des Benjamin Buttons” oder etwas vergleichbares angekündigt wird.

Nachtrag (14.03.) - Auflösung:
Okay, nah dran. Es ist offenbar Werbung zur neuen Pro7-Serie “Fringe”. Hier das YouTube-Video. So sehen also seriöse Nachrichten aus.

Ein Tag danach - Computerspiele im Fokus

Thursday, March 12th, 2009

So sieht also die Medienrealität aus. Im Zusammenhang mit dem gestrigen Amoklauf an einer Schule fällt reflexartig immer ein Wort: Killerspiele.

Eine Chronik, wie ich die Berichterstattung erfahren habe (to be continued):

12.03.2009
ca. 10.45 (n-tv): Der Reporter Moritz Wedel erklärt, dass ein “Killerspiele”-Verbot nichts bewirke, da Jugendliche sich gut mit dem Internet auskennen und leicht an Computerspiele kommen könnten. So zum Beispiel an Counter-Strike 1.6, das “illegal” herunterzuladen sei. Dazu wird ein Video auf YouTube gezeigt, das typische Szenen aus Counter-Strike zeigen soll. Es fließt dabei übermäßig viel Blut. Außerdem wurden modifizierte Waffenmodelle verwendet - solche, bei denen Waffe und Waffenarm blutverschmiert sind.

(Ergänzung: Ich habe das gezeigte Video auf YouTube gefunden: Link (klicken). Glückwunsch! Sehr repräsentatives Video, n-tv, das in seiner Beschreibung mit den verwendeten Blut-Modifikationen wirbt. Ergänzung 28.03.: Das Video wurde von YouTube entfernt. Wen wundert’s. Die Millionen anderer Counter-Strike-Videos gibt es trotzdem noch. Counter-Strike ist übrigens ab 16 Jahren freigegeben.)

ca. 11:15 (n-tv): Im n-tv-Ticker: “Polizei findet Gewaltspiele bei Amokläufer”

11:19 (n-tv): Im n-tv-Ticker: “Verbot von Computer-Gewaltspielen gefordert”

11:43 (n-tv): “Jedoch soll er in letzter Zeit immer mehr Zeit am Computer verbracht haben.”

ca. 15:00 (n-tv): Ein angeblichter Freund oder Bekannter des Amokläufers wird gezeigt, im Hintergrund ein Monitor mit dem Startbildschirm von Counter-Strike.

ca. 16:40 (n-tv): Christian Pfeiffer, “Killerspiele”-Gegner, ist nun bereits seit knapp zwei Stunden irgendwie auf n-tv präsent. N-tv-Ticker: CSU fordert Verbot von gewalttätigen Computerspielen.

Nebenbei eine Ungereimtheit: Es heißt, der Amokläufer hätte bereits eine Ausbildung angefangen, jedoch hätte er am Tag des Amoklaufs eine Schularbeit schreiben sollen.

Fun Fact: Laut diverser Medien hat Tim K. seine Tat im Internet zuvor angekündigt. Dabei sind sie allesamt einer Fälschung aufgesessen. Der Beitrag, auf den sich alle beziehen, wurde NACH der Tat verfasst. Willkommen im Internet.
(Ergänzung 19:33 - Offensichtlich kommen erste Zweifel auf…)

Zwischenergebnis (oder Endergebnis?): Die Liste ist lang und mich kotzt das Thema jetzt schon an. Ich geb’s auf.

Alternatives Ende von “Kopfgeld”

Friday, March 6th, 2009

Auszug aus dem Originaldrehbuch zum Film “Kopfgeld” (Ransom) in seiner ursprünglichen Fassung.

Anrufer: (verzerrte Stimme) “Wir haben Ihren Sohn. Halten Sie zwei Millionen Dollar in unmarkierten Scheinen bereit. Weitere Anweisungen folgen. Keine Bullen.”
Der Anrufer legt auf. Tom Mullen legt den Hörer neben die Apparatur.
FBI-Ermittler Hawkins: “Haben wir ihn?”
FBI-Frau #2: “Zu kurz.”
FBI-Ermittler Hawkins: “Verdammt!”
Tom Mullen: “Keine Sorge. Für diesen Fall habe ich vorgesorgt.”

[Szenenwechel]
Ein enges, schwach beleuchtetes Zimmer. Im Hintergrund läuft elektronische Musik, dominierender Bass. Sean liegt auf einer dreckigen Matratze, Hände an das Bett gefesselt. Neben ihm Cubby Barnes.

[Kamerafokus auf Sean Mullen]
Seans Kopf schwillt langsam an.
Barnes: “Was zur…”
Seans Kopf explodiert mit lautem Knall. Barnes und das Zimmer sind teilweise mit Blut bedeckt. Der restliche Körper bleibt regungslos auf der Matratze liegen.

[Szenenwechsel]
Tom Mullens Haus - Wohnzimmer

Tom Mullen (hält sein Mobiltelefon in der Hand): “Für solche Fälle habe ich den Killswitch einbauen lassen.”

FBI-Leute jubeln, ziehen ab.

[Abspann]